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Vertragsgestaltung für agile Softwareentwicklung (OOP 2018, München)

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Folien des Vortrags "Vertragsgestaltung für agile Softwareentwicklung" auf der OOP 2018 in München.
Sprecher: Fritz-Ulli Pieper, Stefan Roock

Publicado en: Empresariales
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Vertragsgestaltung für agile Softwareentwicklung (OOP 2018, München)

  1. 1. Vertragsgestaltung für 
 agile Softwareentwicklung Fritz-Ulli Pieper, f.pieper@taylorwessing.com Stefan Roock, stefan.roock@it-agile.de OOP 2018, München, 07.02.2018 @fupieper, @StefanRoock
  2. 2. Über uns Stefan Roock • Gründungsmitglied it-agile. • Agile Entwicklung seit 1999. • Scrum, Kanban, eXtreme Programming • Erfahrungen als Management-Berater/- Coach, Scrum Master, Product Owner, Entwickler. • Heute: Management-Beratung/-Coaching in agilen Unternehmenstransitionen. Fritz-Ulli Pieper • Rechtsanwalt bei Taylor Wessing Düsseldorf. • IT-Recht, Recht des Datenschutzes und der IT-Sicherheit • Interesse: zukunftsträchtige Fragen des IT- und Internetrechts, insbesondere dem Internet of Things, Industrie 4.0 sowie Big Data. • Redakteur des Jurablogs »Telemedicus - Recht der Informationsgesellschaft«.
  3. 3. Dieser Vortrag 1. Juristische 
 Grundlagen: Verträge 3. AG-/AN- Verhältnis 
 bei agil 4. Kostenorientierte Modelle
 (T&M, Festpreis, etc.) 2. Agile Entwicklung aus juristischer Sicht 6. Nutzenorientierte Modelle
 (Pay per Use, etc.) Abschluss 5. Risiko- Management
  4. 4. Vertragsrecht Vertrag: zwei oder mehr Personen wollen durch übereinstimmende Willenserklärung (Angebot und Annahme) eine bestimmte Rechtsfolge herbeiführen. Mündlich, Handschlag, E-Mails, Order Forms, Vertragsdokument :-) • AGB-Recht („einmal verwenden und dreimal verwenden wollen“) • Kein AGB-Recht, wenn Individualvereinbarung („ernsthaft zur Disposition stellen“) § §
  5. 5. Vertragstypen Juristische Grundlagen stammen aus dem vorigen Jahrhundert und müssen fallweise auf IT/Software angewendet werden.
  6. 6. Softwarevertragsrecht Softwarevertragsrecht – Einordnung unter Vertragstyp § • Softwareverträge und verschiedene Vertragstypen – ein „Klassiker“ • Erwerb von Standardsoftware = Kaufvertrag • Entwicklung umfangreicher Individualsoftware = (in der Regel) Werkvertrag • …oder doch Dienstleistungsvertrag? Oder Werklieferungsvertrag? • Warum ist das interessant/wichtig? • Leistungspflicht (Erfolg vs. Bemühen, Abnahme, Rügeobliegneheit, Fälligkeit der Vergütung, Mängelhaftung, „zwingendes Recht“, Leitbild bei AGB-Prüfung, …)
  7. 7. Gewerke und Dienstleistung Werkvertrag: ist ein Erfolg geschuldet? Konsequenz: Gewährleistung, … Dienstvertrag: Vergütung erfolgt nach Erbringen einer Dienstleistung. Der Inhalt des Vertrages definiert den Vertragstyp, nicht die Überschrift! • BGH: Überschrift des Vertrags ist höchstens Indiz • „Dienstleistungsvertrag für ein Software-System“ • „Werkvertrag“ wegen umfangreicher Anpassung der Software • BGH: Planungsaspekt zu berücksichtigen!
  8. 8. Vertragstypen und Bezahlung FestpreisTime&Material Dienstvertrag Werkvertrag Erstmal am Passendsten. Klären: • Wie finanziell mit Gewährleistung umgehen? Design to Cost • Festes Budget • kein vorab definierter Funktionsumfang Meist wird Werkvertrag vorliegen. Klassiker. Schwierig in agilen Kontexten, wegen Scope- Änderung. Klassiker. Bei agiler Entwicklung wird aber meist ein Werkvertrag vorliegen.
  9. 9. Software-Entwicklungsverträge • Entwicklung umfangreicher Individualsoftware -> (in der Regel) Werkvertrag (wichtig wg. Abnahme, Fälligkeit der Vergütung, Mängelhaftung, Rügeobliegenheit, „zwingendes Recht“, …) • Jedes Projekt ist anders • Es gibt nicht „den einen“ Softwarevertrag / „das eine“ Entwicklungsvorgehen. • Die Parteien müssen wissen, wie sie arbeiten werden
  10. 10. Vertragstypen bei agil • Agile Dynamik kann sich auf Vertragstyp auswirken • Gemeinsamer Zweck und Kooperationsansatz = GbR? • Product Owner beim Kunden, Pair Programming, On-Site beim Customer, … = Dienstvertrag? • Eigentliche Programmierverantwortung bei AN, zumindest irgendwie gearteter Projekterfolg gewünscht, … = Werkvertrag?
  11. 11. Agil und Vertragsrecht • Ziel sollte es sein, dass die Parteien sich an den Vertrag halten, indem sie die vereinbarten Vorgehensweisen beachten.  • Jedes agile Vorgehen stößt dort an Grenzen, wo die Akteure sich nicht an die Prinzipien halten oder die vertragliche Gestaltung diesen zuwider läuft. • „Der Vertrag folgt dem Doing“: „Scrum-Bierdeckel“ in Vertragsform gießen • Exkurs: Problematik 
 Arbeitnehmerüberlassung Bierdeckel_2.Auflage.indd 1 27.04.2009 10:42:01 Uhr
  12. 12. Wichtig(st)e Vertragsinhalte • Leistungsbeschreibung • Beschreibung der agilen Methodik • Beschreibung der Rollen • Vergütung • Testverfahren, Abnahme • Mängelhaftung, allgemeine Haftung
  13. 13. Product Owner Kunde Product Owner Entwicklungs- team Anbieter Auftrag- geber Product Owner Entwicklungs- team Anbieter Auftrag- geber Em pow erm ent? K onzeptions-
 verantw ortung 
 im Team
  14. 14. Festpreis: Das verflixte Dreieck Funktionsumfang Ressourcen Zeit D as Problem der Schätzung bleibt bestehen.
  15. 15. Garantierter Maximalpreis … F3 F1 F2 F4 Fn Auftraggeber definiert Features Auftragnehmer garantiert Maximalpreis Entwicklung Nicht verbrauchter Betrag
  16. 16. Garantierter Minimalumfang … F3 F1 F2 F4 Fn Auftraggeber definiert und priorisiert Features Must-have- Features Should-have- Features Could-have- Features Auftragnehmer garantiert für einen festen Preis die Umsetzung der Must-Have-Features
  17. 17. Money for Nothing, Change for Free nach Jeff Sutherland 3 SP … 3 SP nie 45 % selten 19 % manchmal 16 % oft 13 % immer 7 % t kumulierte Wertentwicklung Change for Free Money for Nothing
  18. 18. Aufwandsprojekte Ressourcen flexibel Time & Material Funktionsumfang flexibel Zeit flexibel Funktionsumfang flexibel Ressourcen fixiert Zeit flexibel Design to Cost Ressourcen flexibel Bezahlung nach Produktivität Funktionsumfang flexibel Zeit flexibel Um w andlung von Ressourcen in Funktionsum fang fixiert Anreiz für den Dienstleister zu Verbesserung / Höchstleistung?
  19. 19. Play not to loose Play to win Kontrolle (Control) Ratschlag (Advice) Konformität (Compliance) Analyse (Evaluation) Control 
 Cycle Handlungs- fähigkeit (Power) Klarheit (Clarity) Vertrauen (Trust) Hinsehen (Looking) Power 
 Cycle Haltung im Vertrag
  20. 20. Risikoverteilung „Wer trägt welches Risiko?“ Wie können wir die Risiken sinnvoll gemeinsam tragen?
  21. 21. Risk-Share: Beispiel Projektende: Gesamt-Velocity < erwartete Gesamt-Velocity -> Risk- Share bzgl. der Differenz (AG und AN „zahlen“ jeweils die Hälfte) Sprint 1 Sprint 2 Sprint 3 … Dialog AG/AN Erwartungs-
 wert Velocity Erwartungs-
 wert Velocity Erwartungs-
 wert Velocity
  22. 22. Festpreis je Sprint Ressourcen flexibel Festpreis je Sprint Funktionsumfang flexibel Zeit flexibel fixiert fixiert fixiert
  23. 23. Kostenorientiert? Nutzenorientiert! Ressourcen flexibel Nutzenorientierte Verträge Funktionsumfang flexibel Zeit flexibel Ziel Akteur Impact Feature Impact Mapping
  24. 24. Nutzenorientiert! Pay per Use Profit Sharing Proviant & Prämie
  25. 25. Überblick Festpreis Time & Material Garantierter Maximalpreis Garantierter Minimalumfang Pay per Use Kostenorientierte Verträge Nutzenorientierte Verträge FlexibelStarr Bezahlung nach Produktivität Profit Sharing Pay what you get Festpreis je Sprint Design to Cost Proviant & Prämie Money for Nothing, 
 Change for Free Agiler Festpreis
  26. 26. Meistens hat der Auftraggeber die Product Owner-Rolle inne. Festpreis/Time&Material und Werk-/Dienstvertrag sind unabhängige Kategorien. Risiken müssen faktisch gemeinsam getragen werden. Agile Verträge kümmern sich nicht nur um die Ergebnisse, sondern fixieren auch die agile Zusammenarbeit. Nutzenorientierte Verträge passen besser zu agil als kostenorientierte Verträge. Zusammenfassung
  27. 27. Mehr erfahren Beratung / Workshops Buch (dpunkt-Stand) reden (dpunkt-Stand)
  28. 28. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit agil begeistern
  29. 29. Dieser Vortrag bei Ihnen stefan.roock@it-agile.de Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf!

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